Katte!

Wahre Nachricht von Der scharffen Execution Des Mit dem Schwerdt hingerichteten Herrn Lieutnants von Katten, nebst einigen Geheimbden Briefen, so er in seinem Arrest an den König und vornehme Herrn und Freunde geschrieben, worinnen die Ursach wegen der Correspondenz Des Cron-Prinzen von Preussen, können gemerket werden; So geschehen den 6. November 1730. zu Cüstrin

Ein dramatisches Hörstück um den preußischen James Dean Hans Hermann von Katte. Katte! von Barbara Geiger ist präzise verpackt, eingebettet in dramatische Texte der walisischen Dichterin Sheenagh Pugh und wird von der eigens zum Stück komponierten Musik von Adam Lenox begleitet. Dieses Hörspiel rückt die tragische Geschichte der Freundschaft zwischen dem preußischen Leutnant von Katte und dem Kronprinzen Friedrich in den Mittelpunkt.
Auf unsentimentale und dennoch ergreifende Art und Weise reiht Barbara Geiger in ihrem Stück Augenzeugenberichte und Auszüge aus Briefen der Hauptfiguren aneinander, und verdichtet sie zu der ebenso tragischen wie ergreifenden Geschichte, an deren Ende ein junger Mann sterben muß und posthum Ruhm erlangt: Ist es nicht tröstlich, daß mein Sohn so géneralment von aller Welt beklaget und bedauert wird, schreibt Kattes Vater kurz nach der Hinrichtung seines Sohnes im Jahr 1730 und beschreibt, wie Katte zu einer frühen preußischen Kultfigur, einer Art preußischem James Dean wird. Er war ein Held, geheimnisvoll und von Frauen umschwärmt. Er ging jung und furchtlos in den Tod...

Picassos Frauen

Picassos Frauen

eine fiktive Pressekonferenz


Das Theaterstück von Brian McAvera wurde von Barbara Geiger als fiktive Pressekonferenz für die Bühnen von Museen und Kunsthallen konzipiert. Auf verblüffende Weise finden sich acht Frauen zusammen, die authentisch aus dem Leben an der Seite Pablo Picassos erzählen. Ein Spaziergang durch das 20.Jahrhundert entfaltet sich vor dem geistigen Auge der Zuschauer, wohl bekannte Motive aus Picassos Sujet werden lebendig. Auf unterhaltsame, sinnliche Weise wird hier Zeit- und Kulturgeschichte des vergangenen Jahrhunderts lebendig gemacht.

Das Ensemble ist seit 2003 in den großen Museen und Kunsthallen der deutschsprachigen Welt unterwegs:
Neue Nationalgalerie Berlin, Staatsgalerie Stuttgart, Sprengelmuseum Hannover, Museum Folkwang, Essen und Grafikmuseum Pablo Picasso, Münster u.a.

Fernande Olivier:
Er arbeitete an einer Radierung: Ein elendes ausgemergeltes Paar, an einem Tisch sitzend, vor ihrem kärglichen Mahl. Ihre Brüste hängen herab. Sie schauen einander nicht an, aber seine langen dünnen Finger sind wie ein zärtlicher Trost auf ihrer Schulter und ihrem Arm

Eva Gouel:
Dies war der Höhepunkt des Kubismus und ich habe ihn ausgelöst!

Gaby Lespinasse:
Er war wirklich ein ausgesprochen attraktiver Mann, und wie alle machtverwöhnten Männer, und was ist ein großer Künstler, anderes als ein Mann mit unbegrenzter Macht...

Olga Khoklova:
Kurz nachdem wir uns kennen gelernt hatten malte er mich in einem Sessel sitzend, auf dessen Polster Blumen und Trauben prangten, üppig und verschwenderisch, wie bei einem römischen Triumphzug. Ich hatte ein geblümtes Kleid an und einen wunderschönen Fächer in der Hand.

Marie- Thérèse Walter:
Mademoiselle. Sie haben ein interessantes Gesicht, ich würde gern ein Portrait von Ihnen malen, ich bin Picasso.

Dora Maar:
Bevor wir nach Paris zurückkehrten, erstellte ich ihm sein Horoskop, es war beinahe so wie das von Louis XIV, unbezähmbare Energie und Ausdauer, absoluter Despotismus.

Françoise Gilot:
Es war März 1946, als er beschloß, mich Schachmatt zu setzen. Verführung mittels Kunst, mein annus mirabilis.

Jacqueline Roque:
...der kleine Stapel verblichener Farbschachteln, noch aus den Tagen im Bateau Lavoir. Eine Notiz in seiner eigenen Handschrift sagt mir, daß sie 1905 mit Geld von Gertrude Stein - für das erste Bild, das sie von mir bekam - gekauft worden waren...

Pressestimmen

Katrin Pauly, Berliner Morgenpost, 09. Juni 2005
Picassos Frauen plaudern aus dem Nähkästchen
Inszeniert hat diese amouröse Aufklärungsstunde Barbara Geiger und dabei auf die Theatervorlage Picassos Frauen des irischen Autors Brian McAvera zurückgegriffen
Das funktioniert perfekt. Die Idee der fiktiven Pressekonferenz (inklusive abschließender Diskussionsrunde für offen gebliebene Fragen) erweist sich als sehr praktikabler dramaturgischer Dreh, um den einzelnen Monologen einen gemeinsamen Rahmen zu spendieren. Mit all den viel sagenden Blicken, den kleinen gestischen Seitenhieben rückt diese Vorstellung, obwohl reiner Sitzparcours, weit über eine nur szenische Lesung hinaus: Sie ist sinnliche Zeitreise ebenso wie schonungslose Abrechnung mit einem der größten Malergenies des 20. Jahrhunderts. Irgendwie geliebt haben sie ihn jedenfalls alle.


Hermann-Josef Fohsel, Zitty, März 2005
Mit viel Gespür für die Psyche der Frauen hat Barbara Geiger, die auch die Rolle der Gaby Lespinasse spielt, die Vorlage von Brian McAvera eingerichtet. Es macht Spaß und ist spannend, den acht Schauspielerinnen bei ihren Verwandlungen zuzuhören und zuzusehen. Und wie es sich für eine Pressekonferenz gehört, darf natürlich das Publikum auch am Ende seine Fragen stellen. Picassos Frauen geben uneingeschränkt Auskunft.
Ein kurzweiliges, spannendes, lehrreiches Theatervergnügen.

Frankfurter Rundschau, 17.11.03
Was man schon immer über Picasso wissen wollte, bekam das Publikum entweder mit weiblicher Naivität oder aber mit Raffinesse erzählt. Picassos Freunde, seine Kunst und immer wieder sein Liebesleben sind die Dreh- und Angelpunkte des Stückes, mal romantisch, mal derb geschildert. Und was die Damen nicht von sich aus verrieten, das konnte das Publikum anschließend erfragen: seine Ängste um das Krankwerden, seine Einstellung zu seinen Bildern oder schlicht sein Lieblingsgericht.

Westfälische Nachrichten, 29.03.2003
Kaum zu glauben, wie gut sich die acht schwarz gewandeten Damen über die Jahre gehalten haben! So lebendig, als hätten sie den Maler eben erst kennen gelernt, posierten die Lebensabschnitts-Gefährtinnen vor den Kameras. Um der scharenweise herbeigeströmten Journalistenmeute (alias: dem Publikum) das zu geben, worauf sie gespannt wartete: auf prickelnde und brisante Enthüllungen aus Picassos Liebesleben. Auf sensibel geschilderte weibliche Blicke auf die Schattenseite eines begnadeten Malers.
...Wer den Modellen, Musen und Geliebten lauschte, die da unverblümt von ihren Liebschaften berichteten, hörte Frauen aus Fleisch und Blut.
...Beeindruckend, mit welcher Hingabe sich die Darstellerinnen in ihre schicksalhaften Rollen vertieften, Rede und Antwort standen, sich selbst und dem Publikum.

Fräulein Brehms Tierleben

Fräulein Brehms Tierleben

Allgemeines

Was bisher geschah:
Fräulein Editha Filmine Brehm, alias Barbara Geiger, wurde von Sprache und Gelehrsamkeit des berühmten Alfred E. Brehm dazu inspiriert, selbst auf Forschungsreise zu gehen, um hinter die Geheimnisse frei lebender Tiere zu kommen.
Das erste Tier, der Wolf, führte Sie nach Sachsen, wo Fräulein Brehm die Wildbiologinnen Gesa Kluth und Ilka Reinhard dafür gewinnen konnte, ihre gewonnenen Erkenntnisse wissenschaftlich zu überprüfen. Sie wurden Kuratorinnen ihrer Betrachtungen über den Wolf.
Staunend kann so von einer ganz einmaligen Entwicklung der Wiederansiedlung des einstmals ausgerotteten Tieres berichtet werden. Spannende Geschichten über das Verhalten von Wölfen können erzählt werden, wie sie noch niemand erzählt hat, weil es schlichtweg keine Wölfe gab, über die berichtet werden konnte. Und das Beste daran, diese Geschichten, sie sind wahr und ereignen sich noch während der geschätzte Leser diese Zeilen hier liest. Fräulein Brehm steht in täglichem Kontakt mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Ereignissen direkt aus der Lausitz.

Nicht faul und inspiriert durch Ihre Arbeit, machte sich Fräulein Brehm auf, ein weiteres Tier, das seit kurzer Zeit wieder in deutschen Landen heimisch geworden ist, zu studieren. Diesmal führten Sie ihre Wege in den Bayerischen Wald, wo Sie in Manfred und Sybille Wölfl wissenschaftliche Partner fand. Ein Fräulein am Puls der Wissenschaft, noch näher, noch direkter schlägt niemand die Brücke zum interessierten Publikum.

Mitten in der Arbeit an einem weiteren, hochgradig spannenden Tier, dem Bären, Ursus arctos, kommt die Nachricht über den Ticker, daß offensichtlich ein italienischer Wolf auf Brautschau nach Bayern gewandert ist, um zu sehen, ob er dort ein warmes Willkommen, oder eine unsympathische Situation vorfindet. In der Tat sind in fast jedem Bundesland in den letzten Jahren entweder einzelne Wölfe gesichtet worden, oder es gibt, wie in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen bereits stolze Wolfseltern, die ihren Nachwuchs erfolgreich großziehen.



Was geschehen soll:
Fräulein Brehm plant die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Forschungen über Tiere, deutschlandweit in Naturkundemuseen zu zeigen. Die ersten drei Tiere sind gewählt, Wolf, Bär, Luchs. Auf der Tierwarteliste stehen alle diejenigen, die auch Alfred in sein Tierleben aufgenommen hat, die Fauna des blauen Planeten in ihrer Gesamtheit...

Wie es geschehen soll:
Fräulein Brehms Texte werden kombiniert mit Elementen aus den Archiven der Museen. Tiere selbst kommen zu Worte und lassen ihre mächtigen Stimmen ertönen. Spurensuche, Fährtenkunde, telemetrische Apparate, Werkzeuge wissenschaftlicher Arbeit alles darf bestaunt und begriffen werden.

Ausschnitt aus dem Bereich des Möglichen:
Tierskelette und Skelettdetails, Versteinerungen so vorhanden, präparierte Tierkörper in Flüssigkeit. Entwicklungsstadien, z.B. Insektenpuppen etc., Tierstimmen vom Band, Verbreitungsgebiete heutiger Stand (von den Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt), Grafiken aus den Original Ausgaben Brehms, Fotomaterial der Wissenschaft, z.B. Fotofallen Luchsprojekt, Nahrungsbeispiele z.B. Hirschhaxe (mit Artrosebefall, aus der Lausitz) telemetrische Apparate - das Ergebnis: Lebendige Wissenschaft.

Last but not least:
Das wunderbar verschrobene Fräulein Brehm - Editha Filmine Brehm - um genau zu sein.
Jedes Naturkunde Museum bekommt ein eigenes Fräulein Brehm.
Barbara Geiger und ihr Team arbeiten jedes Fräulein individuell in das Kunstwerk Tier ein.
Eine ortsansässige Schauspielerin tritt ihre Arbeit als Fräulein Brehm an.
Jeden Monat wird ein neues Tier vorgestellt, das das Fräulein dann sowohl im Naturkundemuseum, als auch andernorts vorstellen wird.
Das Fräulein hat somit alle Hände voll zu tun.

Jedes Fräulein Brehm ist professionelle Wunderguckerin und Sprachrohr für die Erkenntnisse der Biologie. Sie trägt am Liebsten Taubenblau und legt wert auf Pünktlichkeit, denn auch Tiere sind pünktlich.

Wirkung:
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten,
aber kein Professor der Welt kann einen herstellen.
Arthur Schopenhauer.

Der Naturschutzgedanke manifestiert sich in jungen und alten Köpfen unweigerlich, sobald Wissen um die Besonderheit jedes einzelnen Tieres existiert.



Alles Mowgli oder was?

Auch wenn man Shakespeare als Maßstab nimmt, ist Rudyard Kipling ein Genie. Die Briten wissen gut, was sie an ihrem Poeten haben. Nur in unserem Sprachraum wird der Schöpfer der Dschungelbücher als Kinderbuchautor abgetan - und als Imperialist missverstanden.
Er erhielt 1907, mit knapp 42 Jahren, als erster englischsprachiger Dichter den Nobelpreis für Literatur. Zusammen mit Shakespeare hat er den größten Wortschatz aller englischen Autoren. Nach Shakespeare (und der Bibel), weit vor Byron, Shelley, Dr. Johnson und anderen, ist er der meist zitierte englische Autor. In einer jüngeren Zusammenstellung seiner ausgewählten Gedichte konstatiert der Herausgeber und Lyriker Craig Raine, die englische Literatur besitze vier überragende Genies: Chaucer, Shakespeare, Dickens und - Kipling.

Barbara Geiger und Thomas Schmuckert haben die Ehre das Dschungelbuch zu präsentieren. Dabei ist es nicht nur der Zauber der Kiplingschen Sprache sondern sind es vor allem das Mysterium des indischen Dschungels und die Lebensfreude der Dschungelbewohner, mit Ihrem eigenartigen Regeln und Dschungelgesetzen, den seltsamen Lauten, die sie von sich geben, die begeistern.

Dies ist eine Lesung der besonderen Art. In Tropenhelm und Moskitonetz geben sich Geiger und Schmuckert betont Britisch. Begleitet werden die beiden von einer Symphonie des Dschungels. Da schnurrt ein Tiger, dort brüllen Affen, hier röhrt der Sambahirsch im Wald.

Viel Vergnügen bei der Entdeckungsreise, in den wohl bekannten Kiplingschen Dschungel.

Venus and Adonis

Venus and Adonis

der unbekannte Shakespeare

Shakespeares Epos Venus + Adonis in 199 gereimten Sechszeilern ist das erste Werk, das William Shakespeare als Buch veröffentlicht hat. 1593, als in London die Theater wegen der Pest geschlossen waren, schrieb er nach der Vorlage aus Ovids METAMORPHOSEN diesen tragikomischen Hymnus auf die Liebe. Ein sensationeller Erfolg, junge Burschen und kesse Gören schliefen ein, mit dem Epos unterm Kopfkissen. . .

Die uralte Geschichte der liebenden Venus und des widerstrebenden Adonis, gespielt von: Barbara Geiger, im englischen Original. Alles hat Platz, was man in einem guten Theaterstück finden will: Witz, Spannung, Erotik und vor allem die atemberaubende Sprache und Bildgewalt Shakespeares.
Fazit: Ein ebenso unterhaltsames, wie schönes und eben mal etwas anderes Theater, in der die Kunst des Wortes die Schauspielkunst beflügelt. Man hört die Musik der Sprache Shakespeares. Ein lebendiges Ringen um die Liebe, die für Adonis tödlich endet und in der die Göttin einen Fluch über die Liebe ausspricht, der heute noch zu gelten scheint. Die gewaltige Sprachkunst von William Shakespeare gepaart mit virtuosem Spiel der Darstellerin - und nicht zuletzt mit dem Charme, der Überredungskunst und dem Witz der Göttin der Liebe.

1993, zum 400 Jahrestag der Erstveröffentlichung, brachte Barbara Geiger das Epos bereits auf Bühnen in London, New York und Berlin. Bis ins Jahr 2000 tourte Sie ausgiebig und mit großem Erfolg